Samstag, 31. Januar 2015

Ungewöhnliche Auerhahnbalz

Es ist schon ein besonderes Glück wenn man einmal einen Auerhahn in den Stodertaler Bergwäldern zu sehen bekommt. Diese extrem scheuen Tiere bleiben den meisten Wanderern verborgen.




Vor einigen Jahren allerdings, zur Balzzeit machte die Liebe offensichtlich ein Auerhahnpärchen völlig blind. Die Balz nennt man das Werben des Auerhahns um ein Weibchen. Dabei vergaßen die Beiden sämtliche Gefahren und ihr Liebeswerben führte sie bis in die Gärten der Häuser. Siegfried Kniewasser hatte das Glück und konnte ein Auerhahnpärchen bei der Balz in seinem Garten fotografieren.







Dienstag, 27. Januar 2015

Der Schiederweiher ist 125 Jahre alt

Am 28. August 1887 erwarb der K. K. (kaiserlich, königliche) Hofbaumeister Johann Schieder von Friedrich Eckbrecht Graf von Dürckheim-Montmartin die Güter Klinser und Stegbauer (Johannishof). Beide Güter waren zu dieser Zeit sehr baufällig und der Hofbaumeister ließ sie gründlich renovieren. Durch die Klinserau ließ er einen Fahrweg anlegen und Bäume pflanzen.
Aber unvergessen wird er allen Freunden des Stodertals bleiben weil er es war, der aus dem kleinen Lahnteich den Schiederweiher aufstauen ließ. Am 17. August 1889 war die Kommissionierung für eine Wehr mit Schleuse zur Aufstauung des Quellwassers, um einen Fischteich anzulegen. 1990 wurde der Schiederweiher fertig gestellt.
Johann Schieder starb am 12. September 1902 im Johannishof und wurde in Kalksburg bei Wien beerdigt.

Vor 10 Jahren, 2005, wurde der Schiederweiher gründlich renoviert. Im Teich wurde angeschwemmtes  Material entfernt und Schleuse und Wehr erneuert. Besonderer Wert wurde auf die Beibehaltung  des ursprünglichen Aussehens des Weihers gelegt, damit sich die Einheimischen und Gäste des Stodertals noch lange an dem einzigartigen Anblick  mit Priel und Spitzmauer erfreuen können. 

Der Lahnteich

Der Schiederweiher heute


Renovierungsarbeiten 2005







Der Schiederweiher, Gemälde von  Helmut Schachner


Samstag, 24. Januar 2015

Wandern auf verschneiten Winterwegen

Für Menschen die Ruhe suchen und sich entspannen wollen, ist das Wandern oder Spazieren im Schnee eine wunderbare Erholung. Die geräumten Wanderwege ermöglichen den Gästen, bei kurzen oder längeren Ausflügen, die täglichen Sorgen zu vergessen und die tief verschneite Stodertaler Winterlandschaft zu genießen.










 

Dienstag, 20. Januar 2015

Die Regulierung der Steyr 1836


In der Urmappe, dem Kataster von 1826, der Oberösterreichischen Geoinformation DORIS kann man den Verlauf der Steyr vor der Regulierung sehen.
Hochwasser und Überschwemmungen, die den Ortskern von Hinterstoder, damals Innerstoder, immer wieder gefährdeten veranlaßten die Verantwortlichen den Lauf der Steyr zu regulieren. "Die Kirche und die Schule werden von der grünen Steyr umrauscht" schwärmte der Pfarrer Albert Weiß und wollte die Umlegung des Flußbettes vehement verhindern. Er befürchtete, daß die Schönheit des Tales bedeutend verlieren würde.

Den verantwortlichen Entscheidungsträgern war es weniger um die Schönheit des Tales, als um den Schutz der Gebäude zu tun. Die Bauarbeiten wurde am 11. September 1836 an  Lorenz Guschlbauer übertragen. Die Kosten, einschließlich Grundeinlösung, waren mit 420 Gulden veranschlagt. Die Gemeinde mußte ein Fünftel übernehmen und durch Robot (Dienstleistungen) abgelten. Die übrigen vier Fünftel fielen dem Religionsfond zur Last.



Blau eingezeichnet, der ungefähre Verlauf der Steyr vor 1836


   

Samstag, 17. Januar 2015

"Holzschlitteln"- eine lebensgefährliche Arbeit.


Lange bevor der Tourismus den wirtschaftlichen Aufschwung für die Stodertaler Bevölkerung brachte, war die Haupteinnahmequelle die Holzwirtschaft.
Nur mehr wenige alte Einheimische wissen heute noch von der harten und gefährlichen Arbeit, die gemacht werden mußte um die im Sommer geschlägerten Stämme im Winter von den Bergen in das Tal zu bringen. Es gab keine Seilwinden und Kranwägen wie heute, es gab nur Schlitten und mutige Männer, die diese gefährliche Arbeit machten.
Die im Sommer geschlägerten Stämme wurden zum Winterhaufen zusammen getragen. Beim ersten ausgiebigen Schneefall setzte reges Leben in der Winterhütte ein. Die Holzknechte hielten Einzug. Die Jüngsten waren vielleicht zwanzig, die Ältesten kaum über vierzig, denn der Holztransport mit dem Schlitten, das "Holzschlitteln" erforderte Kraft, Mut und Geschicklichkeit.
Für die ganze Partie verantwortlich war der Holzmeister, dem der Meisterknecht zur Seite stand. Die anderen erhielten Namen nach ihrer Funktion. Da gab es die "Ziager", die das Holz mit dem Zugschlitten  zu Tal fuhren, die "Aufleger", die den Schlitten beluden, die "Bahnmacher", die für die Strecke sorgten und die "Zammleger", die das Holz im Tal auf den "Rennhaufen" aufstapelten. Der "Geimel", ein älterer Holzknecht, bestellte den Haushalt, und ein geschickter Knecht sorgte  als "Schmied" für die Funktion der "Sappel, Klampfen und Bremstatzen". Bei Tagesanbruch  schnallten die "Ziager" an ihre  Bergschuhe schwere, zwölfzackige Eisen, legten das Kreuzband um Brust und Schultern und waren zur Abfahrt bereit. Die aus zähem Eichenholz gefertigten stark beschlagenen Schlitten mit hohen Hörnern konnten beladen werden.
Die "Aufleger" schlichteten das Holz auf den Schlitten. Am Boden wurden die Weichholzstämme verstaut, darauf kamen die Hartholzstämme. Die Stämme wurden vom "Ziager" mit Klampfen und "Zammhängketten" verbunden. Das mußte ausserordentlich  gewissenhaft gemacht werden, denn wegrutschende Stämme während der Fahrt  konnten zu einem Unfall führen und den Tod bedeuten. Die aufgeladenen Stämme maßen  zusammen 2 bis 3 Kubikmeter, das entspricht einem Gewicht von ungefähr 2000 kg. Der "Ziager" befestigt den Ring des Kreuzbandes  mit der Zugkette des Schlittens, setzte die Zacken seiner Fußeisen in den harten, gepreßten Schnee, beugte sich beim Anziehen weit nach vor und setzte den Schlitten in Bewegung. Die schwere Last nahm Fahrt auf und schoß immer schneller werdend die Bahn hinunter. Rasch löste er den Ring am Kreuzband von der Zugkette, denn schon oft war diese Bindung zu einer tödlichen Verbindung geworden.( Er konnte nicht abspringen wenn der Schlitten in eine Schlucht zu stürzen drohte). Die Füße an den Kufen, den Rücken an die Stämme gepreßt, raste er mit den Fäusten die Bremstatzen umklammernd mit rasender Geschwindigkeit zu Tal. Über schwankende Brücken, an wilden Schluchten vorbei, näherte er sich dem "Holzzusammenlegplatz". Wehe wenn er vergaß das Kreuzband zu lösen und aus der Bahn geworfen wurde! Zermalmt von der riesigen Holzlast fanden ihn dann seine Kameraden an einer Felswand oder einem Baumstamm.
Zuweilen hemmten unwegsame Felswände oder Schluchten die Fahrt des Schlittens. Dann bremste der Mann ab, löste Klampfen und Ketten und ließ die Stämme über eine "Riese" zu den "Zusammenlegern" hinuntersausen.

Eine "Riese" war eine Rinne aus Holzstämmen zusammengefügt mit deren Hilfe unwegsame Schluchten überquert wurden. Die Bloche rutschten  auf der "Riese" der Reihe nach bis in das Tal.





Das Kreuz zeigt die Stelle, an der 1928 ein "Holzschlittler" tödlich verunglückte 







Dienstag, 13. Januar 2015

Kripperl "Roas" auf der Kohlhütte in Vorderstoder

Zum Abschluß der Feiertage um die Jahreswende 2014/2015, bevor die Weihnachtskrippen verpackt und verstaut werden, gewährte Frau Christiane Holter in einer "Kripperl-Roas" noch einen Einblick in ihre umfangreiche, wunderbare Sammlung einheimischer und fremdländischer Weihnachtskrippen. Eine hochinteressante Führung durch die Ausstellung zeigte dem Besucher wie früher Krippenfiguren gemacht wurden und wie sie heute entstehen. Frau C. Holter baut selbst mit Begeisterung und großer Sachkenntnis verschiedenartige Krippen, die bei Kennern sehr begehrt sind.
Sie stellt die Figuren, mit viel Liebe zum Detail, in die Umgebung verschiedener Landschaften bzw. Länder.

Man konnte Krippen in Kasten, Muscheln, in Kakaobohnen, auf Baumschwämmen usw. bewundern. Die Oberfläche der Kästen und Spanschachteln wurden in Kammzugtechnik, einer Jahrhunderte alten, von Bauernkästen und Truhen her bekannten Gestaltungstechnik ausgeführt.