Samstag, 30. April 2016

Hilfe für die Erdbebenopfer in Nepal

Im April / Mai 2015 genau vor einem Jahr erschütterten  verheerende Erdbeben Nepal. Mehr als 9000 Menschen starben, mehr als 22000 wurden verletzt und über 900.000 Häuser wurden zerstört. Laut einer Schätzung der Unicef müssen nach wie vor über 200.000 Familien im Freien unter Wellblechdächern oder in Zelten schlafen.

Wertvolle Hilfe überbrachten Damen aus dem Soroptimist Club Windischgarsten/Kremstal

Eine Chance auf Zukunft


Fünf Damen aus dem Soroptimist Club Windischgarsten/Kremstal machten sich von 15.-25.März 2016 auf die Reise nach Nepal und überbrachten persönlich € 18.000.-, die als Mikrofinanzkredite an nepalesische Frauen übergeben wurden. Viele großzügige Spender aus der Region haben mit dem Kauf von Patenschaften dazu beigetragen, dass wir vorerst 200 Frauen einen Start in ein selbstständiges und eigen-verantwortetes Leben ermöglichen konnten.
Über das Projekt, den weiteren Ablauf und vor allem über unsere Reise-Eindrücke wollen wir am 21.Mai 2016, um 17 Uhr, in der Hösshalle in Hinterstoder gerne berichten.
Mit einer Fotoschau, unseren persönlichen Impressionen aus einem der ärmsten Ländern der Welt, einem kleinen Nepali-Markt mit Kaschmir Schals, speziellen Papier-Produkten und Schmuck, sowie Kostproben von nepalesischen Gerichten wollen wir einerseits unsere Reise, wie auch unser weiterlaufendes Projekt präsentieren.  Die Damen des Soroptimist Club Windischgarsten/Kremstal laden Sie sehr herzlich ein, sich selbst ein Bild von diesem sehr armen, bunten, freundlichen, landschaftlich reizvollen Land am Himalaya zu machen.
Eintritt frei! 
  
                         Angelika Diesenreiter                                                          Christiane Holter

Ein Jahr nach der Katastrophe sind bisher aus Geldmangel nicht einmal die notdürftigsten Reparaturen gemacht worden. 

 




                         

                                         Christiane Holter und Angelika Diesenreiter überreichten die Spende





 

Dienstag, 26. April 2016

Prof. Hans Hauenschild - Priester, Höhlenforscher, Bergsteiger, Physiker, Entdecker, Erfinder und Zementfabrikant.


Hans Hauenschild (geb. 1842 in Windischgarsten, gest. 1901 in Vouvry, Schweiz) war ein Sohn unserer Pyhrn/Prielregion, der einen ganz außergewöhnlichen Lebenslauf hatte. Er war kath. Priester, Höhlenforscher, Bergsteiger, Physiker, Erfinder, Entdecker und Zementfabrikant. Mit seiner Gattin hatte er 12 Kinder.
Geboren wurde er als Sohn des Färberehepaares Johann und Elisabeth Hauenschild in Windischgarsten. Sein Vater starb, als er vier Jahre alt war. Die Mutter blieb mit zwei Kindern verarmt zurück. Hauenschild besuchte in Windischgarsten, wo auch eine Straße nach ihm benannt ist, die Volksschule. Sein Lehrer, der Bürgermeister Leopold Westermayr, erkannte sein Talent und ermöglichte ihm den Besuch im Stiftsgymnasium Kremsmünster. Dort wurde sein Interesse für die Naturwissenschaften geweckt. Er absolvierte das Gymnasium als Klassenbester und trat als Novize unter dem Namen Gottfried in das Benediktinerstift Kremsmünster ein. Von 1864 bis 1868 studierte er im Stift St. Florian Theologie. Nach der Priesterweihe 1868 studierte Hauenschild Naturgeschichte, Physik und Mathematik in Wien. In den Ferien betrieb er bis 1871 wissenschaftliche Studien in den umliegenden Bergen seiner Heimat Windischgarsten und dem Stodertal. Seine Erkenntnisse veröffentlichte er in den Jahrbüchern des Österreichischen Alpenvereins. Durch ihn wurde die Kreidehöhle in Hinterstoder erstmals erforscht und damit die wissenschaftliche Höhlenkunde in Oberösterreich begründet.
Hans Hauenschild entdeckte auch bei Ausgrabungen gemeinsam mit Kooperator Franz Oberleitner und Markus Sulzbacher in den Jahren 1867/1869  die römische Poststation Gabromagus in Windischgarsten.
Als sein Sohn Albrecht zur Welt kam entschloss er sich  im Frühjahr 1872 den Benediktinerorden zu verlassen und gemeinsam mit seiner Braut, Maria Wittmann, zum evangelischen Bekenntnis überzutreten und zu heiraten. Dieser Abschnitt seines Lebens wird im Roman "Gottfried Wunderlich" von Max Burckhard (1906) geschildert.

Der neue Baustoff Zement brachte ihn mit einer ganz neuen Wissenschaft, der Geologie in Verbindung. Seine Erfindungen, besonders die Methode des kontinuierlichen Brennens von Portlandzement in Schachtöfen, revolutionierten die Zementindustrie. Hauenschmid war so bekannt, dass man ihn beim Bau der Wiener Hochquellenwasserleitung und der Gotthardbahn in der Schweiz in geologischen und bautechnischen Fragen zu Rate zog.


                                  Diese Bronzebüste von Hans Hauenschild schuf sein Sohn Rudolf

                                                    Die Büste wurde vom Grab in Vouvry nach Windischgarsten gebracht


Das Geburtshaus in Windischgarsten





Freitag, 22. April 2016

Ein "Mostdipf" im Stodertal

Aufmerksame Leser der Oberösterreichischen Nachrichten haben in der vergangenen Woche die heurige Verleihung der Auszeichnung "Mostdipf" verfolgen können.
Der Mostdipf ist eine Auszeichnung für Persönlichkeiten, die ein bisschen (oder auch ein bisschen viel) von dem haben, was das Original der OÖNachrichten "Vitus Mostdipf" täglich auf Papier zu bringen versucht: einen Schuss bodenständigen Humor, gewürzt mit der ihm eigenen Herzlichkeit.
Auch im Stodertal ist ein Mostdipf bzw. ein Mostdipfinhaber zuhause.
Herrn W. Hofrat DI. Friedrich Schwarz, Landesforstdirektor von Oberösterreich i. P. wurde 
1988 diese Auszeichnung verliehen.

 Hofrat DI. Fritz Schwarz



  

Dienstag, 19. April 2016

Aus den alten Dienstboten am Bauernhof wurden arme “Einleger“.

  
In der Zeit als es noch keine Altersversorgung, keine Rentenversicherung gab, hatten es die Dienstboten besonders schwer. Sie arbeiteten von frühester Jugend an, ihr ganzes Leben auf Bauernhöfen und wenn sie alt, ausgeschunden und krank waren mußten sie als "Einleger" betteln gehen. Sie zogen von Bauernhof zu Bauernhof in ihrer Heimatgemeinde und je nach Mildtätigkeit des Bauern fanden sie ein paar Wochen Unterkunft und Essen. Oft mußten sie im Stall schlafen. Sie bekamen wenig und oft schlechtes Essen. Die Gemeinde unterstützte die Einleger bei der Suche nach Bauern die Einleger aufnahmen.
Wer nicht mehr arbeiten konnte war auch nichts mehr wert. Deshalb bemühten sich die Einleger, so gut es ihre Kräfte noch erlaubten, sich beim Bauer nützlich zu machen.
Wenn ein Einleger starb wurde er einfach in ein Leintuch gewickelt und zum Friedhof in das Totenhaus gebracht. In einem einfachen Sarg, einer Holzkiste, wurde er begraben. Meist gingen nur 2 vielleicht 3 Leute beim Begräbnis mit. Das war die ganze Anerkennung, die er für ein Leben voll härtester Arbeit von seinen Mitmenschen bekam. Das Begräbnis bezahlte die Gemeinde.
                                                                                               Aus "Spital am Phyrn, Dorf im Gebirge"   

Es gab auch manche Einleger die mit der Zeit verwahrlost aussahen  und sich die Haare nicht schneiden ließen. Wenn das bekannt wurde veranlasste die Gemeinde die Säuberung und den Haarschnitt. 

Einem verwahrlosten Einleger werden die Haare geschnitten


    

Samstag, 16. April 2016

Über die Zukunft von Hinterstoder

Ein großes Anliegen der Gemeinde Hinterstoder ist es, möglichst viele Bürger zu gewinnen, die an der Weiterentwicklung des Dorfes mit Ideen und Anregungen mithelfen, daß auch noch unsere Enkel und Urenkel gerne und glücklich hier wohnen können.
Julia Körber hat die nachstehende Presseaussendung der Gemeinde als Information zur Verfügung gestellt.

 Zukunftsort Hinterstoder

Zukunftsentwicklung geschieht in Hinterstoder im Zusammenspiel von engagierten BürgerInnen, einer zukunftsorientierten Gemeinde-Politik und -Verwaltung sowie Inspirationen und Inputs „von außen“.
Aktive HinterstoderInnen finden für ihren Beitrag zur Weiterentwicklung der Gemeinde unterschiedlichste Formen. Sie wählen diejenigen, die ihnen besonders wichtig sind oder ihnen persönlich am besten liegen: Während der eine soziale Aktivitäten im Rahmen der „Gesunden Gemeinde“ setzt oder bei der gemeinnützigen Arbeit eines Vereins tatkräftig anpackt, investiert ein anderer lieber Hirnschmalz und Zeit in die Gestaltung eines Zukunftsprofils im Rahmen der "Lokalen Agenda 21". All diese Beiträge genießen in Hinterstoder die gleiche Wertschätzung.
Ihrem Zukunftsprofil, an dem sich die Gemeinde in den nächsten Jahren bei wichtigen Entscheidungen orientieren will, haben die Stoderer drei Grundprinzipien vorangestellt:
Erstens „Weit vorausschauen und nachhaltig handeln“: Das bedeutet, dass bei Planungen und Aktivitäten die Lebensqualität kommender Generationen eine vorrangige Rolle spielt und dass man daher langfristige Visionen entwickelt und regelmäßig auf aktuelle Gültigkeit überprüft. Die Lern- und Innovationsfreude der BürgerInnen und ein schonender Umgang mit der Ressource Natur ist den Hinterstoderern ein wichtiges Anliegen.
Das zweite Grundprinzip ist daher auch das „Nutzen vorhandener Potenziale“. Das heißt, dass man – wo immer möglich und sinnvoll – bevorzugt auf die Qualitäten und Möglichkeiten vorhandener Räume, Infrastrukturen, besonderer Orte und Naturräume sowie auf lokales Wissen und Kompetenzen zurückgreift, bevor man neue Ressourcen schafft. Man will gewissermaßen für die qualitätsvolle vorhandene natürliche und gebaute Hardware spannende neue Software entwickeln.
Das dritte Grundprinzip trägt den Titel „co-Kultur“ und beinhaltet, dass Kooperationen und das Teilen von Ressourcen ein wichtiger Bestandteil von Gemeinde-Kultur und –Identität sind und bei zukünftigen Projekten eine entscheidende Rolle spielen sollen.
Um diese Prinzipien mit Leben zu erfüllen, werden mehrere Leitprojekte in Angriff genommen. So wird zum Beispiel das Projekt „Stoder sanft mobil“ weiter entwickelt, indem unter anderem ein Schwerpunkt beim Thema Fahrrad gesetzt wird: Durch eine Attraktivierung der Radwege genauso wie durch bewusstseinsbildende Maßnahmen oder die Aufwertung des Mountainbikens in der Region.
Genauso wichtig sind Aktivitäten, mit denen die Gemeinde zukünftig all jenen seine Wertschätzung ausdrücken will, die ihre Zeit und ihr Engagement ins Gemeindeleben einbringen: Auch dazu wurde im Zukunftsprofil-Prozess ein Bündel an Maßnahmen entworfen.
Eine wichtige Basis für die Zukunftsfähigkeit einer Gemeinde besteht heute im kontinuierlichen Lernen und in einer guten Vernetzung. Hinterstoder engagiert sich daher in einer Reihe von Netzwerken: Zum Beispiel bei den ALPINE PEARLS, die sich den Prinzipien der sanften Mobilität und des nachhaltigen Tourismus verschrieben haben - und daher dem Schutz der Natur, dem Erhalt der besonderen Qualitäten des Landschafts- und Ortsbilds oder der Müll- und Emissions-Reduktion.
Hinterstoder ist weiters Mitglied der ZUKUNFTSORTE, der Plattform der innovativen Gemeinden Österreichs, bei denen das "voneinander-Lernen" und das "miteinander-Kooperieren" genauso Grundprinzipien sind, wie das Kontakthalten zu den "Ausheimischen" - also den Weggezogenen, von denen man wiederum viel lernen kann bzw. die das Gemeinde-Netzwerk zusätzlich erweitern.
Eine besondere Erweiterung des Stoderer Netzwerks stellen die LANDINGER dar. Sie sind keine Organisation im klassischen Sinn, sondern vielmehr ein Netzwerk von innovations- und lernfreudigen Menschen, die auf die Frage "Stadt ODER Land?" mit "SOWOHL ALS AUCH" antworten. Jedes Jahr in der dritten Juli Woche (heuer: 17.-24. Juli 2016) ist Hinterstoder und seine Hösshalle für die Landinger im Rahmen des „Landinger Sommers" ihr Ort für Diskussionen, für ein voneinander-Lernen und neue Vernetzungen. Es geht um Themen wie die sogenannten Smart Cities genauso wie um Entwicklungen in der Landwirtschaft, um zeitgemäße Schulen aber auch um Mobilität. Das Programm kristallisiert sich erst in der Woche heraus und es kann Workshops ebenso beinhalten, wie Wanderungen oder Kino-Abende. Dieses Jahr werden sogar - gemeinsam mit StudentInnen der TU Wien - Sitzgelegenheiten im Gemeindegebiet gebaut. Die Teilnahme ist kostenlos und jede und jeder ist eingeladen, in der Hösshalle vorbeizuschauen, sich anhand der Plakate im Foyer darüber zu informieren "was läuft" und an jener Stelle ins Programm einzusteigen, die einem interessant erscheint.

Zusammenfassend könnte man also sagen: Zukunftsentwicklung ist in Hinterstoder kein eindimensionaler, in allen Einzelheiten vorhersehbarer Weg, sondern ein stetiger dynamischer Prozess, in den auf Basis aktueller Anforderungen laufend neue Bausteine eingebaut werden.






Dienstag, 12. April 2016

Kinowerbung in den 1950er Jahren


In den 1950er Jahren, als das Fernsehen und die Fernsehwerbung noch in den Kinderschuhen steckte, bewarben die Kaufleute in ihrer Region hauptsächlich selbst ihre Produkte. Außer der Radio- und Zeitungswerbung wurde in den Kinos, vor der Filmvorführung, mit Werbebotschaften für den Handel geworben.
Sepp Stinglmeier mit seinem Wanderkino, der im gesamten Pyhrn/Priel Gebiet von 1946 bis 1962 Spielfilme vorführte, zeigte auch immer Werbebotschaften, weil diese Einschaltungen natürlich zusätzlich Geld einbrachten. (Siehe auch Post vom 5.5.2015)
Eva Mayr, deren Eltern Roman und Finny Habichler, ein Kaufhaus in Micheldorf hatten, fand noch einige dieser alten, bunten Werbedias und stellte sie für diesen Beitrag zur Verfügung.     













Samstag, 9. April 2016

160 Jahre Musikkapelle Vorderstoder

Die Musikkapelle Vorderstoder, gegründet 1856, feierte im Jahr 1956 ihr 100jähriges Bestehen mit einem großen Fest. Seither sind 60 Jahre vergangen. Ein Rückblick mit Fotos die damals Heinrich Schmid gemacht hat und die die Feier 1956 zeigen ist bestimmt ganz interessant. Vielleicht kann man darauf Verwandte oder Bekannte erkennen die damals mitgefeiert haben.






   


Dienstag, 5. April 2016

Von einer Wilderertragödie aus Molln

Gegen Ende des 1. Weltkrieges, als es immer weniger zu essen gab, war die  Hungersnot groß. Wildern in den Revieren reicher Jagdbesitzer war eine willkommene Gelegenheit zur Nahrungsaufbesserung. Die heimkehrenden Soldaten hatten teils noch Waffen und waren in deren Gebrauch gut geschult. In den Wäldern trieben sich ganze Wildererbanden herum. Am dramatischsten wurden die Auseinandersetzungen in Molln.

Der Pfarrer von Molln berichtet in der Pfarrchronik: „Am 17. Oktober 1918 wurde der Förster Johann Daxner von einem Wilderer erschossen. Das Entsetzen über diese Tat, die einem Vater von 10 Kindern das Leben kostete, war allgemein. Am 16. Jänner 1919 wurde im Gegenzug ein Wilderer mit Namen Vinzenz Bloderer von dem Lamberg'schen Förster Friedrich Lugner mit einem Schuss von hinten ermordet.“
Am Sonntag darauf wurde Bloderer beerdigt und da er, wie der Pfarrer berichtet, ein Anhänger der Sozialdemokraten war, nahmen viele seiner Parteifreunde am Leichenbegängnis teil, obwohl sie sonst nie in die Kirche kamen. Am Friedhof kam es dann zu hässlichen Szenen.  Der Zorn gegen das Forstpersonal wurde durch Schimpf- und Pfuirufe am offenen Grab lautstark wiedergegeben.
Das spiegelte sich auch bei den am 16. Februar stattfindenden ersten Wahlen in die National-Versammlung wider, bei denen die Sozialdemokraten in Molln einen Erdrutschsieg verbuchten, der überwiegend auf dieses Ereignis zurückgeführt werden konnte, da er sich später nie mehr wiederholte.

Der Forstadjunkt Lugner wurde übrigens bald darauf nach Großraming versetzt wo er einige Jahre später als Revierförster bei einem Pirschgang ebenfalls ermordet wurde. Am 23. Juli 1932 wurde er mit einem Schuss im Genick tot aufgefunden. Ob er lokalen Wilderern zum Opfer fiel oder ob ein Zusammenhang mit den Vorgängen in Molln bestand, konnte nicht ermittelt werden.

Die Stimmung der durch die Hungersnot im Nachkriegs-Molln verzweifelten Bevölkerung war nach den Todesfällen vom 17. Oktober 1918 und 16. Jänner 1919 auf das Äußerste gespannt. Fünf Mollner, die der gewerbsmäßigen Wilderei verdächtig waren, wurden im März 1919 verhaftet und warteten im Grünburger Bezirksgericht auf ihren Abtransport nach Steyr, wo ihnen der Prozess gemacht werden sollte. Am Grünburger Bahnhof wurden sie am 14. März 1919 gewaltsam befreit und im Triumphzug nach Molln heim geholt, wo im Gasthof Dolleschal eine "Siegesfeier" stattfand. Die Obrigkeit witterte in den vom Chaos geschüttelten ersten Tagen der Republik "Aufruhr" und setzte von Steyr aus eine Kompanie Junggendarmen in Marsch. Das Wirtshaus wurde umstellt und auf die sich mit Worten und Mostgläsern zur Wehr setzenden Wilderer und Sympathisanten auf Befehl des Gendarmeriemajors das Feuer eröffnet. Schließlich gab es neben mehreren Verletzten drei tote Mollner, ein viertes Todesopfer forderte eine "Razzia" in einem Ramsauer Bauernhof.

Die Mollner Vorfälle wurden zu einer der ersten großen gesellschaftspolitischen Auseinandersetzungen im neuen republikanischen Oberösterreich. Parteien und Presse machten, je nach politischer Couleur, die Täter oder die Opfer zu Helden: Rebellen der Berge oder Aufrührer und Verbrecher gegen Ordnung und Staat. Im Oberösterreichischen Landtag, im Wiener Parlament, aber auch während des Begräbnisses in Molln, an dem Tausende demonstrativ teilnahmen, kam es zu erbitterten politischen Schuldzuweisungen.                                             (Aus Forum OÖ. Geschichte)

Zur Erinnerung an die Tragödie in Molln

Der Förster stellt einen Wilderer                        Wilderermuseum St. Pankraz

Ein Wilderer wird abgeführt

Eine in einem Baumstamm versteckte und eingewachsene,
vergessene Wildererwaffe     Wilderermuseum St. Pankraz

Wilderer mit geschwärztem Gesicht

Samstag, 2. April 2016

Erinnerungen an den Ersten Weltkrieg

Vor 100 Jahren wütete und zerstörte der Erste Weltkrieg zahlreiche Städte und Dörfer. Viele Männer aus dem Stodertal wurden wegen ihrer Heimat im Gebirge zu den Gebirgstruppen beordert und mußten in den furchtbaren Isonzokämpfen  im Grenzgebiet zwischen Österreich und Italien Krieg gegen Italien führen. Von manchen Kriegsteilnehmern sind noch Bilder aus dieser Zeit vorhanden. Hans Windscheck (geb. 1891, gest. 1969), der viele Jahre Gemeindesekretär in Hinterstoder und langjähriger Kommandant der Feuerwehr war und der auch zum Ehrenbürger der Gemeinde  ernannt wurde, hinterließ einige Fotos aus dieser Zeit, die den Schrecken des Krieges erahnen lassen.

Hans Windscheck

Heimaturlaub









Kriegsweihnacht


1935 wurden von den Steyrerwerken Geländefahrzeuge im Stodertal getestet
Hans Windscheck, ganz vorne, war bei den Testfahrten dabei. (Post 17.11.2012)
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Hans Windscheck war Feuerwehrkommandant von 1928 bis 1964
Er war der längstdienende Feuerwehrkommandant von Hinterstoder.