Donnerstag, 19. April 2018

Eine Wilderertragödie vor rund 106 Jahren aus der Gegend des Gleinkersees

Am 14. Jänner 1912 berichtete das "Salzburger Volksblatt" von einer Wilderertragödie, die sich in den Wäldern oberhalb des Gleinkersees zugetragen hat.
Durch das Wildern in herrschaftlichen Revieren trachteten oft junge, mutige Burschen, die aus Not karge Kost in ihrer Familie aufzubessern. Obwohl Wilddiebstahl streng verboten war, galt ein Wilderer bei vielen armen und "kleinen Leuten" als mutig, furchtlos und einer, "der es denen da droben schon zeigte." Er konnte sicher sein, dass sein Wildern niemals verraten wurde.
Mitunter entstanden auch gefährliche Situationen wie in dem Zeitungsartikel berichtet wird.

In St. Pankraz, gleich gegenüber, an der Einfahrt in das Stodertal, ist ein interessantes Wilderermuseum das Interessierte besuchen sollten. 

Gleinkersee


Aus Tagespost Linz am 7.12.1911




Donnerstag, 12. April 2018

Die Steyrer Zeitung berichtet aus dem Schwurgericht Steyr am 16.12.1883


Ganz alte Hinterstöderer wußten noch, aus Erzählungen ihrer Vorfahren, die Geschichte von einem Taglöhner, der irrtümlich einen Burschen erstochen hat und sich gleich als er es erkannte bei seinem Opfer dafür entschuldigt hat. Da war es aber schon zu spät. Nachstehend der Bericht dazu in der Steyrer Zeitung vom 16.12.1883.

  
Der 24 Jahre alte ledige Taglöhner zu Mitterstoder Johann Bieda saß wegen des Verbrechens des Totschlags auf der Anklagebank.
Der Anklageschrift entnehmen wir hierüber Folgendes:
Am 28. Oktober 1883 sollte zu der zum Stögergute (Stegergut) des Johann Hotz in Hinterstoder gehörigen "Haarstube" gebrechelt werden (Flachs zu Leinen verarbeiten). Mehrere Burschen von Hinterstoder, darunter der Bauernknecht Franz Baumschlager, trugen für die Dirnen (Mägde) die Brechelmaschinen in die Haarstube, in der sich bereits der Hüttlersohn Anton Prieler und Johann Bieda eingefunden hatten. Als Baumschlager des Bieda ansichtig wurde, schimpfte er denselben, weil dieser dem Stögergutsbesitzer Hotz angeblich mitgeteilt hatte, dass er des Nachts Besuche bei dessen Magd mache. Bieda entfernte sich bald darauf aus der "Haarstube"und ging gegen das Stögergut, wo er als Taglöhner bedienstet war, ohne weiter etwas zu sagen. Prieler folgte ihm aber auf dem Fuß nach, trotzdem er von Baumschlager vor Bieda gewarnt wurde und räusperte sich in sehr auffälliger Weise so lange er hinter Bieda ging. Wie nun der Besitzer des Stögergutes Johann Hotz angibt, hörte er damals seinen Taglöhner Bieda rufen: "Lasst mich gehen, ich steh sonst für nichts gut". Gleich darauf schrie einer zum Vorhaus hinein: "Stöger, deinen Knecht hat einer gestochen." Als Bieda in das Haus kam rief er fluchend: "Heut ist`s mir schon alles eins, weil ich schon gar keinen Frieden haben kann, wenn ich auch einen erstochen hab`". Baumschlager, der dem Prieler nachging hörte, als dieser und Bieda schon nahe dem Stall waren, den Bieda rufen, ohne zu vernehmen was derselbe schrie und gleich darauf kam Prieler mit den Worten zurück: "Aus ist`s mich hat er gut gestochen". Prieler ging noch ein paar Schritte und fiel dann tot zu Boden. Sein Tod erfolgte nach dem gerichtsärztlichen Gutachten durch Verblutung, indem durch ein spitzes Messer die linke Halsschlagader unter dem Schlüsselbein durchschnitten war. Der Stich war mit großer Heftigkeit geführt worden.
Johann Bieda - der nach seiner blutigen Tat floh, sich aber bald darauf selbst stellte - war, wie in der Voruntersuchung so auch vor dem Schwurgericht seiner Tat vollkommen geständig, nur behauptet er, seine Verfolger (Baumschlager und Prieler) hätten ihn in der Mitte gehabt und einer habe ihn mit der Achsel gestoßen, der andere ihn am Rock gezupft. Er will keinen der Beiden gekannt haben und erst als laut geschrien wurde, sei er zur Kenntnis gekommen, dass es Prieler sei, den er getroffen habe. Er sei schauerlich in Zorn gewesen und habe kaum gewusst was er tut. Auf Vorhalt des Herrn Präsidenten, daß nach den Aussagen aller Anton Prieler ein sehr gutmütiger, fröhlicher und harmloser Mensch gewesen sei, den alle gern hatten, der niemand etwas zu Leide getan hat, brach der Angeklagte in heftiges Schluchzen aus und beteuerte: Er habe den Prieler um den ihn sehr leid tue, nicht umbringen wollen und überhaupt nicht gewusst nach wem er stach. Bei dem offenen Geständnis des Angeklagten (dessen Leumundszeugnis dahin lautet, dass er roh und gewalttätig sei) beschränkte sich der Herr Verteidiger in seinem Plädoyer wesentlich auf Geltendmachung der zu Gunsten des Angeklagten sprechenden vielfachen Milderungsgründe, so dessen heftiger Charakter, das fortwährende Reizen, die vielfache Verhöhnung, die gänzlich mangelnde Absicht zu töten, das umfassende Geständnis usw. - Die Geschworenen gingen ihrerseits noch weiter und verneinten nach längerer Beratung mit 8 gegen 4 Stimmen die Frage ob Bieda des Totschlags schuldig sei. Dieser wurde darauf vom Gerichtshof freigesprochen und sofort aus der Haft entlassen.  

Die alte "Haarstube" links (gibt es nicht mehr), rechts die Stegerkapelle ca.1880.


Die Steger Kapelle ca.1950                                                                                                  Gemälde von Dr. Wladimir Iwasiuk

Freitag, 6. April 2018

Eine Geschichte von Sommerfrischlern 1919

Wie gewisse Sommerfrischler sich bei den Einheimischen unbeliebt machen, darüber berichtete das "Linzer Tagblatt" und "Die Arbeiter Zeitung" im August 1919.
Nachstehend der Artikel:
Mit welchen Mitteln die reichen Wiener arbeiten, um sich den Sommeraufenthalt bei uns in Oberösterreich zu erzwingen und recht gemütlich zu gestalten, zeigt deutlich folgendes Geschichtchen aus Hinterstoder:
So wie schon seit mehreren Jahren wollte auch heuer wieder die Familie eines frisch geadelten Millionärs, die immer ein großes, modern hergerichtetes Bauerngut der Jagdbesitzerin und ehemaligen Gräfin R. bewohnte, hierher kommen. Sie richtete ein Ansuchen an die Gemeindevorstehung, das jedoch trotz einer in diesem Falle, zugesagten Spende von 1000 Kronen für die Ortsarmen vom sozialdemokratischen Ernährungsausschuß glatt abgelehnt wurde, da die Angehörigen dieser Familie immer auch noch einen ganzen Troß von Dienstboten mitbrachten und als arge Hamsterer weit und breit bekannt und gefürchtet waren (voriges Jahr wurde ihnen zum Beispiel bei der Abreise eine ganze Kiste mit Butter und Fett etc. auf der Station draußen konfisziert!) so ist der Beschluß gerecht und lobenswert; die Sozialdemokraten (Tischlermeister Dietl sen., Zimmermann Thaller, Maurer Klausner und Schuhmachermeister Grabner) hatten sich damit um das ganze Tal, besonders aber um die kleineren bedürftigen Leute verdient gemacht. Zur Charakteristik dieser Sommerfrischler muß erwähnt werden, daß sobald sie angekommen waren, mit dem gleichen Tage auch schon nichts mehr zu bekommen war. Eigene Leute wurden herumgeschickt bis über Vorderstoder hinaus, die alles aufkauften und bei Erfolg reichlich entlohnt wurden. Alles Geflügel wurde zusammengekauft, der Herr Pfarrer lieferte sogar ein Jungschwein um 1700 Kronen, Butter brachten die Bäuerinnen in ihrer Profitgier in Körben auf dem Kopfe am helllichten Tage und wurden dafür natürlich mit allen möglichen Geschenken und Tabak bedacht. Eier, Schwämme und Waldbeeren, alles wurde den Herrschaften gebracht; die Waren wurden natürlich zu Wucherpreisen verkauft und auch gern bezahlt. Das Geld spielte dabei eben keine Rolle. Die Familie schwelgte geradezu in allen möglichen Genüssen. Sie erhielt acht bis zehn Liter Milch täglich und litt an Wildbret und Forellen auch keinen Mangel. Schon beim Frühstück  bog sich sozusagen der Tisch, wie eine Angestellte unliebsamer Weise ausplauderte; Schinken und andere Delikatessen wurden aufgetragen und nach diesem Muster gings natürlich  auch bei den Hauptmahlzeiten zu, man aß sich manchmal einfach durchs ganze Tierreich (Fisch, Geflügel, Braten etc.) hindurch. Der Mann war, daß muß der Wahrheit gemäß gesagt werden, sanft, ein ganz sympathischer Charakter, der auch nebenbei manches für die Gemeinde tat. Er kam meistens nur kurz zu Jagdzwecken herein, während sich der desto arroganter auftretende Herr Sohn recht unliebsam bemerkbar machte, indem er es für angemessen hielt, sich in dieser schweren Zeit auch noch Reitpferde hereinkommen zu lassen, was in so einem kleinen armen Dorf und unter der abgerackerten und ausgeschundenen Arbeiterbevölkerung natürlich gerechtes Ärgernis ertragen mußte. Die Pferde wurden mit Hafer und Heu gut gefüttert, während manche Leute oft kaum Futter für ihre einzige Ziege aufbringen konnten. So werden auch in weltentlegenen, kleinen, friedlichen Orten den Leuten langsam die Augen geöffnet und nun findet der Beschluß, die Leute nicht mehr hereinzulassen, allgemein Billigung....
So treiben es eben gewisse Wiener und mehren die Abneigung des Landes gegen Wien....  





Freitag, 30. März 2018

Die Geschichte vom Osterhasen Adolar

Am 27. März 1929 war in der "Tages Post" und im "Tiroler Anzeiger" die Geschichte vom Osterhasen Adolar zu lesen. Seither sind rund 90 Jahre vergangen, genug Zeit um sich daran zu erinnern.



Sonntag, 25. März 2018

Palmsonntag 25. März 2018 in Hinterstoder







                                                     Fotos: Margit Wright ("Salmer")

Freitag, 23. März 2018

In einem schneereichen Winter, im März 1878, wurden Gemsen von Holzarbeitern gefangen.

Blitzschnelle Kletterkünstler wie Gemsen in freier Natur mit bloßen Händen zu fangen ist fast unmöglich.Wenn es einmal doch gelang berichtete die Zeitung darüber.
Am 27. März 1878 konnte man in der Zeitung "Vaterland" über gefangene Gemsen in der Nähe des Dietlguts lesen. Damals lag im März noch fünf bis 7 Fuß hoch (1,50 m bis 2,10 m) der Schnee in Hinterstoder. 
Die Zeitung berichtete im Originaltext:


Gemsenfang. Über den ungewöhnlichen Schneefall der letzten Wochen geht uns aus Hinterstoder, einem der entlegensten  Gebirgsthäler Oberösterreichs, folgende Mittheilung zu. Kaum eine Viertelstunde entfernt von einem dortigen Bauernhause, dem sogenannten "Dietlgute", wurden zwei Gemsen lebend gefangen. Die erste am 19. März gefangene, war offenbar krank, sie kam während der Mittagspause auf einen Platz, wo Holz gearbeitet wurde, und ließ sich ohne Widerstand von den zurückkehrenden Holzarbeitern ergreifen und zum Bauernhause tragen, wo sie bald verendete. Die zweite hingegen, ein sehr starker und kräftiger Bock, wurde am nächsten Tage von einem Jagdhunde, der den Jäger eben zu diesem Holzplatze begleitete, aufgejagt, diese Gemse stellte sich sofort zum Kampf mit dem Hunde und setzte sich so energisch zur Wehre, dass der Jäger erst Holzarbeiter zu Hilfe rufen musste, von denen die Gemse ergriffen und gleichfalls zum Hause gebracht wurde. In einem Stalle lebt sie dort und soll sehr ungeberdig sein; doch ist bereits die Freilassung des edlen Thieres, sobald es die Witterung ermöglicht, von dem Revierbesitzer (Dr. Hagenauer) telegraphisch verfügt. Das Vorkommniß erklärt sich eben daraus, daß der Schnee bei dem erwähnten Bauerngute fünf, nur wenig abseits sieben Fuß hoch liegt.

     Gemse                                                                                             Gemälde: Oberförster M. Rieger 

Freitag, 16. März 2018

Am 10. August 1945 wurde der Nationalsozialistische Parteiführer August Eigruber in St. Pankraz verhaftet

August Eigruber (geb. 1907 in Steyr, gest. 1947 in Landsberg) war Reichstagsabgeordneter der NSDAP, Gauleiter und Landeshauptmann von Oberösterreich.
Heuer, 2018, erinnern alle Medien in Österreich an die Gründung der Republik vor 100 Jahren und an den Anschluss an Deutschland 1938 unter den Nationalsozialisten vor 80 Jahren.
1939, bald nach dem Anschluss an Deutschland begann der furchtbare 2. Weltkrieg, der bis 1945 dauerte und Millionen Tote und unzählige zerstörte Städte und Dörfer hinterließ.
Als 1945 Deutschland kapitulierte und viele ehemalige Nationalsozialisten nichts mehr von ihrer Partei wissen wollten, begann die Jagd der Siegermächte USA, Frankreich, Großbritannien und Russland auf ranghohe NSDAP Parteiführer und Kriegsverbrecher.
August Eigruber, der ehemals mächtige Parteiführer in Oberösterreich, versteckte sich auf  Almen in  unserer Gegend und wurde auf seiner Flucht am 10. August 1945 in St. Pankraz von einer US-Einheit verhaftet.
Nachstehend der Originalartikel über die Verhaftung aus den Oberösterreichischen Nachrichten vom 13. August 1945.
St. Pankraz, Der früherer Gauleiter von Oberösterreich, August Eigruber, wurde am 10.August 1945 um 10.20 Uhr in St. Pankraz bei Kirchdorf von einer amerikanischen Gruppe, die Oberstleutnant Floyd Snowden kommandierte, gestellt und verhaftet.
Oberstleutnant Snowden war es bekannt, dass Eigruber mit seinem Auto durch St. Pankraz kommen werde. Snowden täuschte daraufhin mit seinem Wagen einen Autounfall vor, durch den dem Eigruberischen Wagen die Straße verlegt wurde. Der Wagen Eigrubers wurde sodann angehalten. Eigruber ging in die Falle, stieg aus und wurde im gleichen Augenblick gefesselt und verhaftet. Um einen Selbstmord zu verhindern, nahm man ihm sofort sein falsches Gebiss heraus. Sie legten Eigruber gleich Handschellen an. Ein begleitender "Sicherheitsgardist" versuchte Widerstand zu leisten, wurde dabei aber überwältigt und niedergeschlagen.
- Hohe Parteifunktionäre, wie auch der Reichsführer SS Himmler (gest. 23.Mai 1945) und Reichsmrschall Göring (gest. 15.Oktober 1946) starben durch Suizid an einer in den Zähnen  versteckten Giftkapsel. - 
Eigruber, sein Begleiter und sein Fahrer waren bewaffnet. Der "Sicherheitsgardist" und der Fahrer wurden gleichfalls in Haft genommen. Eigruber sagte, wenn er imstande gewesen wäre, hätte er sich entweder aus der Affäre "herausgeschossen" oder sonst Selbstmord verübt.
August Eigruber, der 38 Jahre alt ist, sieht aus wie ein 55jähriger Mann und ist stark abgemagert, er ist aber noch arrogant wie früher. Er sagt, dass er sich in der letzten Zeit buchstäblich von Haus zu Haus und von Hütte zu Hütte durchschlagen musste. Er erklärte bei seiner Verhaftung weiter, dass er "Nationalsozialist war und bleiben werde".
Es ist bekannt, dass Eigruber ein persönlicher Freund und Vertrauter Hitlers war, der den "Führer" als einen der ganz Wenigen sogar mit dem Vornamen ansprechen durfte. Seit 1923, also seit seinem 16. Lebensjahr, gehörte Eigruber der NSDAP an.
Von den Alliierten wird Eigruber als größerer Kriegsverbrecher betrachtet.

"Ich weiß, dass ich in den Augen der Alliierten ein Kriegsverbrecher bin", sagte er zu den ihn verhörenden Offizieren der Militärregierung. Für sein eigenes Verhalten in der Gegenwart und in der Vergangenheit hatte er keinerlei Entschuldigungsgründe anzuführen.

August Eigruber wurde am 28. Mai 1947 in Landsberg hingerichtet.


August Eigruber

Freitag, 9. März 2018

Die Straße ist viel zu breit

1926 bis 1931 wurde die Landstraße in das Stodertal erneuert und verbreitert. Touristen entdeckten Hinterstoder und immer mehr Autos befuhren die schmale Straße. Eine bessere Zufahrt in das Stodertal war unbedingt notwendig geworden.
Nicht alle waren damit einverstanden, berichtete in seinen Mundartgedichten "Koazadö Geschichten" (lustig, boshafte Geschichten) Oberlehrer Karl Seuffert.

"D´Straß is viel z`broat". (Die Straße ist viel zu breit)

Damit das Gedicht besser verstanden wird, wurde es, so gut es geht, in die Umgangssprache übertragen. (Ich schicke aber gerne, auf Wunsch, den Originaltext per Mail.)

Unsere neue Straße in das Stodertal,
hört man, loben viele Leute,
für alle die jetzt fahren können oder gehen müssen,
ist das eine Freude.

Wenn man zurückdenkt an die Zeit vor
vor 35 oder 40 Jahre,
wie es dort eng und steinig gewesen ist,
da war das Gehen und Fahren immer eine Gefahr.

Wenn zwei Fuhren bei der Stromboding zusammen gekommen sind,
dann haben sie sich fast nicht zu helfen gewußt
die Fuhrleute haben oft gejammert und geschimpft
fast genau so wie ein Antichrist!

Doch wenn jetzt ein Autofahrer
von der Landstraße hereinfährt
lacht er, denn unsere Straße
ist jetzt ganz eben und schön breit.

Doppelt so breit ist es jetzt gegen früher
und glatt und eben wie ein Nudelbrett
und wenn jetzt zwei Fuhren zusammen kommen
ist das Ausweichen kein Problem.

Aber der Bauer vom Baumschlag,
der ist gegen die neue Straße-
und man muß es auch verstehen.
Er füttert gerne ein bisschen nass.- (trinkt gerne)

Und wenn ihm danach ist, dann trinkt er
einfach weil es sein muss
und - Leute - dumm ist der Mann bestimmt nicht,
was er sagt hat Hand und Fuß!

Kürzlich einmal, in der Nacht, im Gasthof Jaidhaus
sind wir auch beisammen gesessen
und wie die Straße wiedereinmal gelobt wird
fangt er zum Reden an:

"Hört mir auf mit eurer neuen Straße!
Ihr wisst, das ich sie nicht will!
Ja wenn man fahren kann, wird sie ja gut sein.
aber zum Gehen ist sie wohl eine Plage!

Früher habe ich vom Jaidhaus
nach Hause ziemlich genau eine Stunde gebraucht.
Aber seit die Staße doppelt so breit ist,
brauche ich auch die doppelte Zeit...!"

(Wenn er nach dem Gasthausbesuch im Zick-Zackkurs heimwärts geht).






Freitag, 2. März 2018

Bürgermeister in Wien oder in Hinterstoder?


Eine Karikatur in der Zeitung "Freiheit" vom 21. November 1929 zeigt den damaligen Wiener Bürgermeister Karl Seitz (geb. 1869, gest.1950) im Gespräch mit dem Chefredakteur der "Arbeiterzeitung" Friedrich Austerlitz und dabei meinte der Bürgermeister von Wien: "Wenn ich in Wien abdanken muss, kann ich noch immer Bürgermeister in Hinterstoder werden".
Offensichtlich hatte schon damals Hinterstoder und das Stodertal für Ruhe und Erholungssuchende große Sympathien geweckt.

Bürgermeister Karl Seitz 



                                                                                                                   Fotos: Wikipedia

Freitag, 16. Februar 2018

Wilhelm Freiherr von Schwarz-Senborn, Ehrenbürger von Windischgarsten


Wilhelm von Schwarz-Senborn (geb. 1816, gest. 1903) war Generaldirektor der Weltausstellung 1873 in Wien  und Gründer des Heimatmuseums in Windischgarsten. Hier, in der Pyhrn-Priel Region verbrachte er seine Freizeit und seine Urlaube.
Freiherr von Schwarz-Senborn war Wirtschaftsfachmann und Diplomat. Er förderte die Volksbildung durch die Gründung von Bibliotheken und Vereinen.

Für die Weltausstellung in Wien ließ er im Wiener Prater als Ausstellungsgebäude die Rotunde errichten, die später im Jahr 1937 einem großen Brand zum Opfer fiel.

Wilhelm Freiherr von Schwarz-Senborn

Weltausstellung 1873 in Wien

Rotunde

Rotunde

Rotunde

 Karikatur vom umtriebigen Freiherrn von Schwarz-Senborn

Brand der Rotunde 17.9.1937

Museum Windischgarsten